Samstag, 8. September 2012
Ein herzliches Здравствуйте an meine lieben Leser,
heute ist also fast die erste Woche vergangen und ich kann die ersten Eindrücke mit euch teilen. Ich hatte zufällig das Glück, dass mein Pate, der vor zwei Jahren auch auf meiner Stelle gearbeitet hat, anwesend war, sodass er mir bei den sprachlichen Besonderheiten der russischen Sprache ein wenig unter die Arme greifen konnte.
In der vergangenen Woche hab ich also meine Arbeitsfelder kennengelernt. Montags und Mittwochs bin ich in der Regel bis Mittags bei dem "Wagon". Das ist ein ausgedienter Zugwagon, in dem Bänke und Tische gelagert werden, damit dort zwei mal pro Woche obdachlose Menschen mit Suppe und Tee versorgt werden können. Anschließend geht es, wie an allen Werktagen um ca. 12 Uhr ins Kinderzentrum. Hier werden Kinder aufgenommen, um die sich die Eltern zuhause aus den verschiedensten Gründen nicht mehr kümmern. Sie kommen direkt von der Schule dorthin und werden bei ihren Hausaufgaben betreut und mit verschiedenen Spielen oder Bastelaufgaben unterhalten.
Ich wohne bei Marco, Jura, Russlan und Andre. Sie führen das Haus in dem ich wohne. Ich wurde sehr gut aufgenommen und auch sonst hab ich keinen Grund zur Klage. Marco ist hier mein haupt Ansprechpartner. Mit ihm kann ich über alles reden (wenn ich denn kann ;)). Ein persönlicher Eindruck von Wolgograd von mir ist, dass es stellenweise eine sehr arme Stadt ist, die auch ihre problematischen Wohngegenden hat, aber die Menschen, denen ich bisher hier im Haus, im Kinderzentrum, auf der Straße etc. begegnet bin, sehr sehr gastfreundlich sind. Alles in allem gefällt es mir hier gut, auch wenn die Sprache mir noch Schwierigkeiten bereitet. Am kommenden Montag bekomme ich von der Direktorin des Kinderzentrums einen Arbeitsplan und hoffe, dass sie mich auch an der Uni einschreiben wird, damit ich dort meine Sprache aufbessern kann.
Heute abend war ich mit Alex (meinem Paten) und ein paar bekannten auf dem Stadtfest, das einmal pro Jahr stattfindet. Nachdem ich Alex und seine Begleitung zum Zug gebracht hatte, war ich mit ein paar seiner russischen Freunde, die er auch in seinem Jahr kennen gelernt hat unterwegs. Wir hatten sehr viel Spaß und uns sehr gut verstanden, da einer von ihnen gerade dabei ist deutsch zu lernen und wir uns jetzt gegenseitig versuchen die eigene Muttersprache dem anderen näher zubringen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die nächste Zeit und freue mich schon auf die Arbeit mit den Kindern, da mir diese in der vergangenen Woche am meisten Spaß gemacht hat.

Also meine Lieben, ihr werdet noch von mir hören!

Пока und До свидания

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